LeSS Einführung – Teil 5: Deep Critical Thinking und Kognitive Verzerrung

Deep Critical Thinking und Kognitive Verzerrung Was für Scrum gilt - einfach zu verstehen, aber schwierig zu implementieren - greift im skalierten Scrum umso mehr. Für die kontinuierlich lernende Organisation ist es daher hilfreich, die Metaphysik menschlicher Entscheidungsprozesse zu berücksichtigen.  Hilfreich hierfür sind die Erkenntnisse des Nobelpreisträgers Daniel Kahneman (Thinking, fast and slow. 2011) zu Urteilsheuristiken und kognitiver Verzerrung. Während “System 1” unsere innere (versteckte) Logik repräsentiert, ist unsere Entscheidungsrationalität im “System 2” verankert. Das intrinsische Missverständnis dieser mentalen Konstellation liegt nun darin, dass die Rationalität auf Ebene des Systems…

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LeSS Einführung – Teil 7: Das LeSS Beratungsmodell: don’t lose the plot

Wesentliche Anfangsschritte in einer LeSS Adoption sind neben Bildungsmaßnahmen die gemeinsame Erarbeitung der (möglichst weit gefassten) Produktdefinition sowie daran anschließend die Bildung von Feature Teams mit der Feature Team Adoption Map sowie in einem Self-designing Teams Workshop. Dabei ist auch in LeSS die methodische Beratung valider Bestandteil der Adoption. Die Rolle des Agile Coach wird hier jedoch aufgeweicht und tendenziell in zwei anderen Rollen abgebildet. Feature Team Adoption Map (less.works) Zunächst folgt LeSS dem Scrum Guide und betont den Coaching-Anteil der Scrum Master Rolle für die Organisation. Da der Scrum…

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LeSS Einführung – Teil 6: Das Qualitätsmodell in LeSS

Das Qualitätsmodell in LeSS folgt der gleichen Grundidee wie in Scrum, Extreme Programming (XP) und Lean Thinking, welche von Shigeo Shingo (1986) prägnant als Zero Quality Control betitelt wurde und räumt mit der kognitiven Verzerrung auf, eine nachgelagerte Qualitätskontrolle sei im Hinblick auf die Zielsetzung effizient. Während eine nachgelagerte Verifikation der Qualität nicht nur sehr aufwändig ist, sondern stets nur eine Annäherung darstellt und der Produktspezifikation per Definition hinterherläuft, besteht die Resilienz des Zero Quality Control Qualitätsmodells darin, dass die Qualität in das Produkt eingebaut wird. Entsprechend ist Testgetriebene Entwicklung…

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LeSS Einführung – Teil 4: Systemisches Denken

Systemisches Denken Für einen nachhaltigen Organisationswandel - als Gegenmodell zu Cargo Cult und Renaming Game - ist aus Sicht von LeSS das bereits erwähnte Deep Critical Thinking notwendig sowie die Bedeutung systemischer Dynamik in Organisationen anzuerkennen. Wegweisend sind hierbei die elf Gesetze der “fünften Disziplin” (systems thinking) von Peter M. Senge aus dem Jahr 1990: Today's problems come from yesterday's "solutions." The harder you push, the harder the system pushes back. Behavior grows better before it grows worse. The easy way out usually leads back in. The cure can be…

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LeSS Einführung – Teil 3: Wie skaliert man Scrum

Scrum skalieren Ein weiterer methodischer Reflexionsschritt in LeSS ist die Frage, wie eine Skalierung von Scrum zur Organisation eines erhöhten Entwicklungsaufwand sinnvoll bewerkstelligt werden kann - was macht (single-team) Scrum wirklich aus? Der offizielle Scrum Guide ist sicher eine hilfreiche Ausgangsbasis und die empirischen Erfahrungswerte sind hier von Ken Schwaber [Schwaber/Beedle: Agile Software Development with Scrum, 2001] beigetragen worden. Die zentrale Organisationseinheit in Scrum ist das Team mit seiner Fähigkeit, alle Arbeitsschritte im Produktentwicklungszyklus von der Erstellung der Backlog Items in einer Feedback-loop mit den Anwendern des Produktes bis hin…

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LeSS Einführung – Teil 2: Adaptibility als Essenz des Agile Manifesto

Anpassungsfähigkeit als Grundidee des Agile Manifesto Hinterfragen wir den Begriff agil. Bemerkenswert ist, dass der dominierende Leitbegriff zu Beginn des dreitägigen Retreat in Snowbird, Utah, welches im Februar 2001 zur Formulierung des Agile Manifesto geführt hat, der von Jim Highsmith im Jahr 2000 geprägte Begriff adaptive war [Adaptive Software Development, 2000]. In einem mehrstufigen Auswahlprozess setzte sich am Ende agile knapp gegenüber adaptive durch, wobei Marketing-Gesichtspunkte vermutlich eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben. Hilfreich ist nun die Einsicht, dass “doing agile” zwar grammatikalisch falsch ist, sich jedoch (für einen Nichtmuttersprachler)…

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