LeSS Einführung – Teil 2: Adaptibility als Essenz des Agile Manifesto

Anpassungsfähigkeit als Grundidee des Agile Manifesto

Hinterfragen wir den Begriff agil. Bemerkenswert ist, dass der dominierende Leitbegriff zu Beginn des dreitägigen Retreat in Snowbird, Utah, welches im Februar 2001 zur Formulierung des Agile Manifesto geführt hat, der von Jim Highsmith im Jahr 2000 geprägte Begriff adaptive war [Adaptive Software Development, 2000]. In einem mehrstufigen Auswahlprozess setzte sich am Ende agile knapp gegenüber adaptive durch, wobei Marketing-Gesichtspunkte vermutlich eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben. Hilfreich ist nun die Einsicht, dass “doing agile” zwar grammatikalisch falsch ist, sich jedoch (für einen Nichtmuttersprachler) nicht komplett falsch anfühlt, “doing adaptive” hingegen ist klar als grammatikalisch falsch wahrnehmbar. Adaptiv kann man nur sein, man kann es nicht “tun”. Zudem lädt der Begriff agil eher dazu ein, relativ beliebig alles hinein zu projizieren, was auf Konferenzen oder in den Medien jeweils als “innovativ” kolportiert wird. Der Begriff adaptiv hingegen läßt wenig Raum für Missverständnisse und dient weitaus besser dem Zweck, die originäre Idee der agilen Bewegung, nämlich die Fähigkeit einer Organisation zur Selbstanpassung, zusammenzufassen. LeSS reflektiert adaptiveness als den originären Leitgedanken der agilen Bewegung indem es ihn zum system optimization goal des Frameworks erhebt.

Die Begründer des Agile Manifesto

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